In diesem Artikel

Die Stressbelastung der Angestellten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, nicht zuletzt durch die immer stärker verschwimmenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben. Dies stellt Unternehmensführungen vor ganz neue Herausforderungen, denn wirklich gute Manager:innen können es sich nicht leisten, die privaten Befindlichkeiten ihrer Teammitglieder einfach zu ignorieren. Sie müssen vielmehr aktiv zuhören, um ein klares Bild davon zu bekommen, wie es den einzelnen Mitarbeiter:innen in herausfordernden Situationen gerade geht. 

Es besteht nämlich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Empathiefähigkeit von Manager:innen und dem Ansehen, das sie bei ihren Teams haben. Eine Studie des Forschungsunternehmens DDI hat ergeben, dass Empathie einer der wichtigsten Faktoren für bessere Gesamtleistungen von Manager:innen ist [1]. Auch eine Studie von Catalyst kommt zu dem ähnlichen Schluss, dass empathischere Führungskräfte in vielerlei Hinsicht positiv auf ihr Umfeld wirken: mehr Innovation, Motivation und Engagement, bessere Work-Life-Balance, höhere Mitarbeiterbindung und stärker empfundene Inklusion [2]. Leider besagte die Studie von DDI auch, dass lediglich 40 % der Führungskräfte überhaupt gute oder sehr gute Empathiefähigkeiten an den Tag legen [3]. 

Glücklicherweise kann die Fähigkeit zur Empathie erlernt und entwickelt werden. Führungskräfte können konkrete Schritte unternehmen, um empathischer zu werden und die Beziehungen zu ihren Mitarbeiter:innen zu stärken, während sie gleichzeitig Gewohnheiten aufbauen, die eine bessere Kommunikation und Teamdynamik fördern.

Was ist empathische Führung?

Empathische Führung ist ein Managementansatz, der darauf beruht, die Bedürfnisse, Emotionen und Umstände der Mitarbeiter:innen bewusst wahrzunehmen. Führungskräfte, die empathiebasiertes Management anwenden, konzentrieren sich darauf, zuzuhören, zu beobachten und eindeutige Fragen zu stellen, um sich in ihre Mitarbeiter:innen einzufühlen. Dieser Ansatz ermutigt die Mitarbeiter:innen, Bedenken zu äußern, ohne Angst vor Ablehnung oder Vorurteilen haben zu müssen.

Empathische Führung fördert stärkere Beziehungen zwischen Führungskräften und Mitarbeiter:innen. Wenn Führungskräfte Herausforderungen anerkennen, klar reagieren und Unterstützung anbieten, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist, fühlen sich die Mitarbeiter:innen respektiert und verstanden. Das schafft eine Grundlage für Vertrauen, Stabilität und beständige Leistung.

Die Ergebnisse mehrerer Studien zeigen, dass empathiebasierte Führung positive Auswirkungen hat. Mitarbeiter:innen berichten beispielsweise von mehr Motivation, einem stärkeren Bekenntnis zu ihren Zielen und einem verbesserten Wohlbefinden. Führungskräfte, die auf eine empathische Führung setzen, bauen Teams auf, die klarer kommunizieren und Probleme mit größerer Sorgfalt lösen. Dieser Ansatz legt eine Grundlage für gesündere Dynamiken am Arbeitsplatz und nachhaltiges Leistungswachstum.

Warum eine empathische Führung für Unternehmen entscheidend ist

Mit einem empathischen Führungsansatz kannst du deine Mitarbeiter:innen besser durch stressige Situationen und die täglichen Herausforderungen lotsen und sie bei Veränderungen unterstützen. Große Unternehmen sind auf klare Kommunikation zwischen den verschiedenen Teams angewiesen, und eine empathische Führung hilft dir, Missverständnisse zu reduzieren und eine reibungslosere Zusammenarbeit zu fördern.

Deine Mitarbeiter:innen gehen unterschiedlich mit Veränderungen bei den Prioritäten und bei der Arbeitsbelastung um. Wenn du diese Unterschiede anerkennst, kannst du fundiertere und effektivere Entscheidungen treffen. Das Ergebnis sind eine bessere Ausrichtung und eine einheitlichere Ausführung in deiner Gruppe oder Abteilung.

Einige Auswirkungen sind besonders hervorzuheben:

  • Höhere Bindung aufgrund stärkerer Beziehungen zwischen Führungskräften und Mitarbeiter:innen.
  • Klarere Kommunikation, die Missverständnisse reduziert und vermeidbare Verzögerungen verhindert.
  • Stabilere Teamleistung in Zeiten des Wandels.

Eine hohe Mitarbeiterfluktuation verursacht hohe finanzielle und operationale Kosten für Unternehmen. Eine empathische Führung verringert diese Kosten, da du mit diesem Ansatz ein Arbeitsumfeld schaffst, in dem sich die Mitarbeiter:innen verstanden und respektiert fühlen.

Wenn du in einen empathischen Führungsstil investierst, stärkst du die Stabilität deines Teams und die langfristige Unternehmensleistung. Du profitierst von besseren Beziehungen, zuverlässigerer Zusammenarbeit und einer Arbeitskultur, in der sich Mitarbeiter:innen auf gemeinsame Ziele konzentrieren.

Wie man mit Empathie und Selbstreflexion führt

Natürlich gibt es unzählige Wege zur Entwicklung von Empathie. Wir haben uns hier jedoch auf das Wichtigste und Effektivste beschränkt. Ganz vorne mit dabei: Selbstreflexion. Wenn du dir über deine Gefühle und deine Befindlichkeit nicht im Klaren bist, kann es schwer (oder sogar unmöglich) sein, dein Team zu unterstützen. Deshalb ist es wichtig, sich eine regelmäßige Selbstreflexion anzugewöhnen.

Behalte dich selbst im Blick, sowohl in persönlicher als auch in beruflicher Hinsicht

Selbstbewusstsein unterstützt eine beständige Führung. Wenn du deine eigenen Emotionen und dein Stresslevel verstehst, ist das Risiko geringer, dass du diese Spannungen auf dein Team überträgst. Wenn du in dich hineinhorchst, erkennst du Muster, Auslöser und Momente, in denen du selbst Unterstützung oder Klarheit benötigst, bevor du andere anleitest. Beginne mit einer einfachen Reflexion über deinen aktuellen emotionalen Zustand. Frage dich, wie du dich fühlst und wie diese Gefühle deinen Ton, deine Entscheidungen oder Reaktionen beeinflussen könnten. So schaffst du Raum für eine bewusstere Kommunikation mit deinem Team.

Berücksichtige dabei die Faktoren in deinem persönlichen Leben, die deine Stimmung oder Konzentration beeinflussen. Persönliche Verantwortlichkeiten, Gesundheit, familiäre Umstände und täglicher Stress wirken sich auf deinen mentalen Zustand aus. Dass du diese Faktoren anerkennst, heißt nicht, dass du sie mit deinem Team teilen musst. Das Ziel ist es, zu verstehen, wie sie deine Präsenz bei der Arbeit beeinflussen, damit du bewusster und präziser reagieren kannst.

Unterstützende Fragen für deine Selbstreflexion:

  • Wie fühle ich mich gerade?
  • Wie könnten diese Gefühle auf mein Team wirken?
  • Welche persönlichen Faktoren beeinflussen heute meinen mentalen Zustand?
  • Welche unterstützenden Maßnahmen oder Grenzen würden für mehr emotionale Stabilität sorgen?

Ein klares Verständnis deines inneren Zustands bereitet dich darauf vor, mit mehr Empathie, Beständigkeit und Fokus zu führen.

Sorge für zusätzliche Unterstützung, wenn du sie brauchst

Unterstützung stärkt deine Fähigkeit für empathische Führung. Wenn du herausfindest, welche Menschen und Ressourcen dir Stabilität bieten, schaffst du eine Grundlage für eine klarere Entscheidungsfindung und bessere Interaktionen mit deinem Team. Keine Führungskraft hat etwas davon, wenn sie alles alleine macht. Sich Unterstützung zu suchen ist ein Zeichen von Bewusstsein, nicht von Schwäche.

Liste zuerst die Personen auf, die dir einen Rat geben, einen anderen Blickwinkel bieten oder dich ermutigen können. Dies kann dein:e Manager:in, eine Führungskraft deines Vertrauens, ein:e Mentor:in oder ein:e Kolleg:in sein, der:die deine täglichen Herausforderungen versteht. Jede Person kann dich auf ihre eigene Weise unterstützen, sei es durch Feedback, Ermutigung oder praktische Ratschläge.

Unterstützung erfährst du jedoch nicht nur durch Einzelpersonen, sondern auch durch Taten. Wenn du Arbeit delegierst, gewinnst du Freiraum für Aufgaben, für die mehr Aufmerksamkeit oder Fingerspitzengefühl erforderlich ist. Die Anpassung von Prioritäten oder die eindeutige Klärung von Erwartungen kann helfen, Stress zu reduzieren und Burnout zu verhindern.

Fragen zur Erstellung deines Unterstützungssystems:

  • Welche Personen kann ich vertrauensvoll um Rat oder Unterstützung bitten?
  • Wer bietet praktische Hilfe, wenn die Arbeitsbelastung steigt?
  • Welche Aufgaben können delegiert werden, damit ich mehr Freiraum für eine sorgfältige Führung habe?
  • Welche Ressourcen oder Programme im Unternehmen unterstützen meine Weiterentwicklung?

Ein klares Unterstützungssystem hilft dir, mit mehr Geduld, Fokus und Empathie für dein Team da zu sein.

Lerne die letzten Schritte für eine empathische Führung kennen

Empathische Führung beginnt mit Eigenwahrnehmung, Reflexion und einem ehrlichen Blick darauf, wie deine Emotionen dein Team beeinflussen. Diese fundamentalen Maßnahmen schaffen eine stabile Grundlage für eine gute Kommunikation und Entscheidungsfindung. Sobald du deinen eigenen mentalen Zustand verstehst und erkennst, wie er deine Interaktionen prägt, bist du bereit, die nächsten Fähigkeiten zu entwickeln, die stärkere Beziehungen am Arbeitsplatz fördern.

Die verbleibenden Schritte in diesem vierstufigen Ansatz konzentrieren sich darauf, wie du zuhörst, wie du reagierst und wie du das Wohlbefinden deiner Mitarbeiter:innen im Blick behältst. Jeder Schritt beinhaltet eindeutige Verhaltensweisen, die dir helfen, dein Team beständiger zu führen und zu unterstützen. Diese Schritte helfen dir, eine Umgebung zu schaffen, in der sich Mitarbeiter:innen wertgeschätzt, respektiert und in der Lage fühlen, offen über Herausforderungen zu sprechen, die ihre Leistung beeinträchtigen. Wenn sie regelmäßig praktiziert werden, stärken sie das Vertrauen und verbessern die Stabilität deines Teams.

Lade das kostenlose E-Book von Udemy Business herunter, um diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Hier findest du die gesamten Schritte und praktische Anleitungen, die du sofort nutzen kannst. Udemy Business unterstützt Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter:innen bewusster anleiten möchten, und dieses E-Book gibt dir die Werkzeuge an die Hand, um dein Team in alltäglichen Situationen empathisch zu führen.

Lade das E-Book herunter, um mehr über die weiteren drei Schritte zu erfahren:

  • Immer erst zuhören
  • Empathie ausdrücken
  • Nach dem Befinden erkundigen

Quellen

  1. DDI „Leading Growth: Build a Strong Leadership Pipeline to Boost Business
  2. Catalyst „The power of empathy in times of crises and beyond
  3. DDI „Leading Growth: Build a Strong Leadership Pipeline to Boost Business

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