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Anhaltender Stress am Arbeitsplatz kann verschiedene negative Auswirkungen haben und beispielsweise dazu führen, dass die Mitarbeiter:innen sich innerlich immer weiter aus der Arbeit herausziehen oder sogar kündigen. Er kann auch zu starker seelischer und körperlicher Erschöpfung bis hin zur völligen Leistungsunfähigkeit führen. Diese Symptome deuten auf einen Burnout hin, einen schweren seelischen Erschöpfungszustand, unter dem viele Arbeitnehmer:innen leiden.

In allen Branchen haben es Unternehmen mit unmotivierten Mitarbeiter:innen, sinkender Produktivität und zunehmender Fluktuation zu tun. Laut McKinsey berichten 28 % der US-Arbeitnehmer:innen von Symptomen eines Burnouts [1].

Für Führungskräfte und Manager:innen ist dies ein Signal, dem Beachtung geschenkt werden muss. Mitarbeiter-Burnout ist ein systemischer Zusammenbruch von Engagement, Energie und Teilhabe, der die Unternehmenskultur und -leistung fast unbemerkt untergraben kann. Die gute Nachricht ist, dass Führungskräfte die Möglichkeit haben, diesen Trend umzukehren.

Indem sie die Ursachen von Burnout verstehen, frühe Warnzeichen erkennen und Weiterbildung zum festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie machen, können sie eine Umgebung schaffen, die Wachstum, Resilienz und langfristigen Erfolg fördert.

Mitarbeiter-Burnout verstehen

Bevor Führungskräfte das Problem jedoch lösen können, müssen sie zunächst verstehen, was es damit wirklich auf sich hat. Mitarbeiter-Burnout geht über reine Müdigkeit oder Überarbeitung hinaus. Die Mayo Clinic definiert Burnout als einen Zustand körperlicher oder emotionaler Erschöpfung, der mit vermindertem Erfolgsgefühl und einem Verlust der persönlichen Identität einhergeht [2].

Im Gegensatz zu kurzfristigem Stress entsteht ein Burnout über längere Zeit hinweg. Er baut sich allmählich immer weiter auf und kann monatelang bestehen bleiben. Wenn er einen Kipppunkt erreicht, äußert er sich oft in Form von Abkopplung, geringer Motivation oder sogar vollständigem Rückzug von der Arbeit. Für Unternehmen bedeutet dies höhere Mitarbeiterfluktuation, weniger Innovation sowie einen messbaren Rückgang bei Produktivität und Arbeitsmoral.

Die modernen Ursachen von Mitarbeiter-Burnout

Die Pandemie hat die Art und Weise, wie und wo gearbeitet wird, verändert. Externe Arbeitsstätten und hybride Modelle brachten zwar Flexibilität, aber sie verwischten auch die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben. Durchgängige Erreichbarkeit, digitale Überlastung und unklare Erwartungen sind zu häufigen Ursachen für einen Burnout geworden, selbst bei Leistungsträger:innen.

Gleichzeitig fühlen sich viele Mitarbeiter:innen vom Auftrag ihres Unternehmens entfremdet oder sind sich über ihren Karriereweg im Unklaren. Wenn Menschen Sinn und Zweck aus den Augen verlieren, lässt die Motivation nach, und ein Burnout folgt bald.

Nach einer Schätzung von Gallup ist es bei Mitarbeiter:innen mit Burnout um 63 % wahrscheinlicher, dass sie sich einen Tag krankschreiben lassen, und 2,6 Mal wahrscheinlicher, dass sie ihre Arbeitsstelle kündigen [3]. Das ist ein Kostenfaktor, der sich direkt auf Rentabilität und Leistung auswirkt.

Für Führungskräfte ist dies ein geschäftliches Problem mit echten finanziellen Konsequenzen.

Anzeichen von Burnout am Arbeitsplatz

Anzeichen von Burnout am Arbeitsplatz zu erkennen ist ein besonders schwieriger Aspekt, wenn es darum geht, sich dieses Problems anzunehmen. Ein Burnout lässt sich nicht immer an Erschöpfung oder Frustration erkennen. Er kann sich auch in Form von Schweigen, Abkopplung oder eines allmählichen Rückgangs von Kreativität und Engagement äußern.

Für Führungskräfte besteht die Herausforderung darin, zwischen vorübergehendem Stress und tiefer gehender emotionaler Erschöpfung zu unterscheiden. Mitarbeiter:innen können durchaus weiterhin Abgabefristen einhalten und zu Besprechungen erscheinen und doch im Verborgenen mit mentalen oder körperlichen Belastungen kämpfen. Deshalb müssen Führungskräfte und Manager:innen auf Verhaltensmuster achten, nicht nur auf Leistungskennzahlen.

Es folgen drei Aspekte des Burnouts, auf die Führungskräfte achten sollten, wenn sie das Wohlergehen ihres Teams einschätzen.

Emotionale und mentale Anzeichen eines Burnouts

Dies sind oft die frühesten und aufschlussreichsten Anzeichen eines Burnouts, doch sie sind auch am leichtesten zu übersehen. Mitarbeiter:innen können ruhig und gelassen erscheinen und sich doch innerlich abgekoppelt oder überwältigt fühlen.

  • Erschöpfung: Anhaltende Müdigkeit, selbst nach Freizeit oder Urlaub, ist eines der deutlichsten Anzeichen für einen Burnout.
  • Zynismus und Distanz: Ein merklicher Wandel hin zu Negativität, Reizbarkeit oder emotionaler Abkopplung von der Arbeit und den Kolleg:innen.
  • Gefühle von Hilflosigkeit oder Versagen: Mitarbeiter:innen kann es so vorkommen, als würden sie in der Falle sitzen, sie fühlen sich nutzlos und haben den Eindruck, trotz aller Bemühungen keinen sinnvollen Beitrag leisten zu können.
  • Selbstzweifel: Schwindendes Selbstvertrauen oder die Infragestellung der eigenen Fähigkeiten, insbesondere in Bereichen, in denen es sonst leicht von der Hand ging.
  • Mangelnde Motivation: Das Interesse an Arbeit, die zuvor Spaß machte, geht verloren, und die Einstellung gegenüber Fortschritten ist von Apathie oder Hoffnungslosigkeit geprägt.

Diese emotionalen Anzeichen können für Führungskräfte ein Signal sein, das Gespräch unter vier Augen zu suchen und Unterstützung anzubieten, bevor noch tiefere Erschöpfung einsetzt.

Körperliche Anzeichen von Burnout

Ein Burnout spielt sich nicht nur im Kopf ab, sondern äußert sich auch körperlich. Mit den betreffenden Symptomen signalisiert der Körper, dass die mentale Belastung zu hoch geworden ist.

  • Häufige Erkrankungen: Ein geschwächtes Immunsystem kann dazu führen, dass Mitarbeiter:innen häufiger krank werden, mehr Zeit für die Gesundung benötigen oder sich ständig ausgelaugt fühlen.
  • Kopf- und Muskelschmerzen: Anhaltende Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen oder andere unerklärliche Beschwerden können die Folge von chronischem Stress sein.
  • Schlafstörungen: Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder ohne das Gefühl von Erholung aufzuwachen deuten oft auf eine tiefer gehende Erschöpfung hin, die sich durch Ausruhen allein nicht beheben lässt.
  • Veränderungen beim Appetit: Auffälliger Gewichtsverlust oder spürbare Gewichtszunahme kann aus stressbedingten Essgewohnheiten resultieren, sei es durch übermäßige Nahrungsaufnahme oder durch Appetitlosigkeit.

Führungskräfte, die gesunde Gewohnheiten vorleben, wie etwa Ruhephasen Priorität einzuräumen und realistische Erwartungen zu setzen, tragen dazu bei, Gespräche über das körperliche Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu normalisieren. Wenn Menschen sich sicher genug fühlen, um solche Symptome zuzugeben, ist es einfacher, frühzeitig einzugreifen.

Auffällige Verhaltensweisen bei einem Burnout

Verändertes Verhalten ist das am deutlichsten erkennbare Anzeichen eines Burnouts und kann unmittelbare Auswirkungen auf die Dynamik und Produktivität des Teams haben.

  • Leistungsminderung: Konzentrationsschwächen, die Neigung, Dinge aufzuschieben, oder nachlassende Arbeitsqualität trotz Bemühungen.
  • Sozialer Rückzug: Zu Kolleg:innen auf Distanz gehen, Zusammenarbeit vermeiden oder Teamaktivitäten, die zuvor Spaß machten, umgehen.
  • Zunehmendes Suchtverhalten: Zu Lebensmitteln, Alkohol oder anderen Bewältigungsmechanismen greifen, um Stress zu bewältigen oder Gefühle zu betäuben.
  • Reizbarkeit: Aufbrausendes Verhalten oder schnelle Unzufriedenheit mit Kolleg:innen, Kund:innen oder den täglichen Herausforderungen.

Führungskräfte sollten diese Verhaltensweisen als Warnsignale und nicht als Leistungsprobleme betrachten. Ein Verhaltensmuster aus Reizbarkeit oder Rückzug ist oft ein Hilferuf, nicht mangelnde Professionalität. Mit Empathie und Neugier darauf einzugehen kann entscheidend dafür sein, ob es zur Genesung oder zur Resignation kommt.

5 Beispiele, wie Burnout sich in hybriden Teams äußert

Während und nach der Pandemie hat Gallup ermittelt, wie sich die Arbeitsumgebung ändert. Die Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2025 über 55 % der befragten Mitarbeiter:innen einen hybriden Arbeitsplatz haben [4]. Während hybrides Arbeiten bei Flexibilität und Produktivität zwar neue Maßstäbe setzen konnte, hat es auch neue Risiken mit sich gebracht, die einen Burnout schwieriger erkennen lassen. Ohne täglichen persönlichen Kontakt entgehen Führungskräften oft subtile Hinweise wie Zoom-Erschöpfung, verspätete Antworten oder stilles Desinteresse bei Besprechungen [5]. Diese Anzeichen mögen geringfügig erscheinen, können aber auf zunehmende Erschöpfung hinweisen.

Um zu verstehen, wie in hybriden Umgebungen wirksam mit Mitarbeiter-Burnout umgegangen werden kann, müssen Führungskräfte die für diese Umgebung typischen Druckfaktoren erkennen. Unten sind die häufigsten Ursachen für Mitarbeiter-Burnout bei hybriden und Remote-Arbeitsumgebungen aufgeführt.

1. Unklare Erwartungen, keine klare Richtung

Unklare Erwartungen sind einer der größten Stressfaktoren für hybride Teams. Bei uneinheitlichen Richtlinien zu Büroanwesenheit, Kommunikation oder Leistung sind sich die Mitarbeiter:innen möglicherweise nicht im Klaren darüber, was von ihnen erwartet wird.

Diese Unsicherheit schafft Frustration und verringert die Konzentration. Selbst Leistungsträger:innen können das Vertrauen verlieren, wenn die Definition von Erfolg wöchentlich wechselt. Im Laufe der Zeit führt eine solche Mehrdeutigkeit zu Entfremdung und Burnout.

2. Verschmelzung von Arbeit und Freizeit

Die Flexibilität hybrider Arbeit kann die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verwischen. Ohne physische Trennung arbeiten Mitarbeiter:innen oft länger, lassen Pausen aus und haben Schwierigkeiten, am Feierabend abzuschalten.

Was als Engagement beginnt, kann sich schnell in Überforderung wandeln. Wenn Mitarbeiter:innen ständig „auf Empfang“ sind, erschöpfen sich ihre Energiereserven in kürzerer Zeit; dadurch entsteht eine Struktur aus Müdigkeit und emotionaler Erschöpfung, die Mitarbeiter-Burnout beschleunigt.

3. Ablenkungen und unterbrochene Arbeitsabläufe zu Hause

In Home-Office-Umgebungen kann es laufend zu Unterbrechungen kommen, die die Konzentration erschweren. Wenn sich solche Ablenkungen häufen, haben die Mitarbeiter:innen womöglich Schuldgefühle, was ihre Produktivität anbelangt, oder es bereitet ihnen Sorgen, welches Bild andere von ihnen haben.

Diese innere Spannung erhöht das Stressniveau und verringert die Arbeitszufriedenheit. Im Laufe der Zeit trägt der Mangel an Ruhe und durchgehender Konzentration gleichermaßen zu Frustration und zum Burnout bei.

4. Spezieller Druck bei Remote-Arbeitsplätzen

Remote-Arbeit bringt ihre eigenen Stressfaktoren mit sich. Virtuelle Meetings können Zoom-Erschöpfung hervorrufen, während zugleich informeller sozialer Umgang fehlt, der natürliche Möglichkeiten zu zwischenmenschlichen Kontakten und zur Entspannung bietet.

Ohne diese kleinen Momente der Kollegialität können sich Mitarbeiter:innen isoliert und von ihren Teams abgekoppelt fühlen. Diese empfundene Distanz kann die Motivation, Kreativität und das Zugehörigkeitsgefühl allmählich untergraben und damit den Boden für Mitarbeiter-Burnout bereiten.

5. Ständige Erreichbarkeit

Die Möglichkeit, von überall aus arbeiten zu können, weckt oft die Erwartung, jederzeit verfügbar sein zu müssen. Mitarbeiter:innen fühlen sich womöglich unter Druck gesetzt, Nachrichten spätabends oder in ihrer Freizeit zu beantworten, aus Angst, dass ausbleibende Reaktionen ein schlechtes Licht auf sie werfen könnten.

Diese Kultur der ständigen Erreichbarkeit verhindert echte Ruhe. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie sich niemals vollständig von der Arbeit lösen können, lässt ihre Fähigkeit zu Konzentration und Kreativität nach, was wiederum zu mentaler Erschöpfung und zum Burnout führt.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Mitarbeiter-Burnout

Studien belegen, dass mangelnder Arbeitseinsatz und Burnout eine erhebliche wirtschaftliche Belastung darstellen. Laut Untersuchungen des American Journal of Preventive Medicine kostet Mitarbeiter-Burnout Unternehmen schätzungsweise Millionen von Dollar jährlich, wobei die Verluste in den USA im Durchschnitt zwischen 4.000 $ und 21.000 $ pro Mitarbeiter:in liegen [6].

Die Auswirkungen gehen über den finanziellen Aspekt hinaus, da Burnout auch zu geringerer Produktivität, weniger Innovation und möglicher Beeinträchtigung des langfristigen Wachstums führt. Deshalb dient die Bekämpfung von Burnout nicht nur dem Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen, sondern ist auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Zwar entfalten die Folgen von unbehandeltem Burnout ihre Wirkung, doch es gibt Maßnahmen, mit denen Unternehmen und Führungskräfte Mitarbeiter-Burnout verhindern und eindämmen können. 

Wie können Sie Burnout-Krisen in Ihrem Unternehmen bewältigen? Hier erfahren Sie es!

Die Ursachen von Burnout zu verstehen ist der erste Schritt zur Lösung des Problems. Der nächste Schritt ist die Schaffung einer Umgebung, in der Mitarbeiter:innen durch Weiterbildung Burnout bekämpfen und wirkungsvolle Resultate erzielen. 

Um mehr über die Bekämpfung von Burnout und über Erfolgssicherung durch Weiterbildung zu erfahren, laden Sie sich den vollständigen Bericht herunter.

Im vollständigen Bericht erfahren Sie mehr über folgende Aspekte:

  • Burnout bei Mitarbeiter:innen erkennen.
  • Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Burnout.

Quellen:

  1. McKinsey Health Institute „Addressing employee burnout: are you solving the right problem“ (Mitarbeiter-Burnout angehen: Lösen Sie das richtige Problem?)
  2.  Mayo Clinic „Job burnout: How to spot it and take action“ (Burnout am Arbeitsplatz: Wie man ihn erkennt und Maßnahmen ergreift)
  3. Gallup „Employee Burnout: The Biggest Myth“ (Mitarbeiter-Burnout: Der größte Irrtum)
  4. Gallup „The Post-Pandemic Workplace: The Experiment Continues“ (Der Arbeitsplatz nach der Pandemie: Das Experiment geht weiter)
  5. PubMedCentral „Zoom Fatigue and How to Prevent It“ (Zoom-Erschöpfung und wie man sie verhindert)
  6. American Journal of Preventive Medicine  „The Health and Economic Burden  of Employee Burnout to U.S. Employers“ (Die gesundheitliche und wirtschaftliche Belastung für US-Arbeitgeber durch Mitarbeiter-Burnout)

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